LensTRUE oder reine Softwarelösungen

Das LensTRUE-Verfahren rechnet ein unter sinnvollen Neigungswinkeln von bis zu 35 Grad aufgenommenes Bild auf Basis der mit dem LensTRUE meter aufgenommenen Winkel, die die Ausrichtung der Kamera im Raum beschreiben, so um, dass es einem mit einem Shift-Objektiv aus derselben Position bei senkrechter Stellung der Kamera-Bildebene aufgenommenen Bild entspricht (wobei allerdings einer Aufnahme mit Shift-Objektiv wegen der begrenzten mechanischen Verstellwege deutlich engere Grenzen gesetzt sind).

Gängige Bildbearbeitungsprogramme wie Adobe Photoshop ® oder DXO Viewpoint ® versuchen ein ähnliches Ergebnis zu erzeugen, indem der Benutzer Referenzpunkte im Bild markiert. 

Das Problem hierbei besteht darin, dass diese Referenzpunkte Bilddetails markieren müssen, von denen der Benutzer annimmt, dass sie auf zueinander parallelen bzw. orthogonalen Linien in der Szene liegen. Selbst dann, wenn dies wirklich der Fall ist, werden die Proportionen der Objekte im Bild dennoch je nach Aufnahmesituation nicht unbedingt realitätsgetreu wiedergegeben, auch wenn die eingangs markierten Linien im Ergebnisbild tatsächlich zueinander parallel bzw. orthogonal sind. Geradezu tückisch ist die Situation, wenn Strukturen im Ausgangsbild markiert werden, die in der Szene nur ungefähr, aber nicht exakt parallel bzw. orthogonal zueinander verlaufen. Dann wird das Objekt im Ergebnisbild unrealistisch verzerrt dargestellt. Wenn keine in der Szene zueinander parallelen bzw. orthogonalen Linien im Bild identifizierbar sind, ist eine sinnvolle Korrektur überhaupt nicht möglich. Ein „virtueller Perspektivwechsel“ wie im LensTRUE visualizer lässt sich nach Art der gängigen Bildbearbeitungsprogramme ebenfalls nicht erzielen, weil bei dieser Operation benutzergesteuert Abweichungen von der Zentralperspektive bewusst so vorgenommen werden, dass in der Szene parallele bzw. orthogonale Linien nicht unbedingt auch parallel bzw. orthogonal im Ergebnisbild verlaufen.

Grund für das beschriebene Verhalten der gängigen Bildbearbeitungsprogramme ist der Umstand, dass diesen Programmen im Gegensatz zum LensTRUE-Verfahren keine absoluten Winkelinformationen über die Ausrichtung der Kamera im Raum zur Verfügung stehen, sondern lediglich Annahmen des Benutzers über Parallelitäten bzw. Orthogonalitäten von Strukturen in der Szene.

Adobe Lightroom ®

In Adobe Lightroom ® stehen Regler für die entsprechenden Entzerrungen zur Verfügung. Bilder mit Bezugslinien im Motiv können über diese Regler mit etwas Übung ansprechend entzerrt werden. 

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Der zeitliche Aufwand beträgt jedoch abhängig vom Motiv zwischen ca. 20 Sekunden und 10 Minuten oder länger. Ein vollständig korrektes Ergebniss lässt sich nur zufällig erreichen. Eine Garantie für korrekte Proportionen gibt es nicht. Alternativ kann eine Automatik verwendet werden, die aber oft unbrauchbare Ergebnisse liefert. Im folgenden Bild können Sie erkennen, dass beim rechten, automatisch korrigierten Bild die Linien noch nach oben zur Mitte stürzen.

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Mit Profil kann die objektivabhängige Verzeichnung korrigiert werden. Bei weitwinkligen Aufnahmen wirken Gesichter am Bildrand mit dieser Korrektur jedoch meist stärker verzerrt als ohne.

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